Nicht abgeschlossene Veränderungen am Arbeitsplatz sind ein stärkerer Prädiktor für Burnout bei Beschäftigten als das Ausmaß der Veränderungen, die Teams erleben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wiley Workplace Intelligence. Die Studie bezeichnet die Anhäufung von Veränderungen, die ohne ausreichende Erklärung oder Nachverfolgung eingeführt wurden, als „Veränderungsschulden“.

Umstrukturierungen und neue Führungskräfte gehörten zu den Faktoren, die Beschäftigte mit dieser Belastung in Verbindung brachten. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass die größten Veränderungen in ihrem Unternehmen sieben bis zwölf Monate zuvor stattgefunden hatten. Das deutet darauf hin, dass frühere Umbrüche den Arbeitsalltag weiterhin beeinträchtigen können.

Die Studie ergab, dass das Ausmaß der Veränderungen 4 % der Varianz bei Burnout erklärte. Ob frühere Veränderungen erklärt und abgeschlossen worden waren, sagte Burnout fünfmal stärker voraus als das Ausmaß der Veränderungen. Fortbestehende Probleme infolge einer früheren Veränderung belasteten Beschäftigte zudem dreimal stärker als Ungewissheit über die Gründe für eine aktuelle Veränderung.

Wiley zufolge lehnten Beschäftigte Veränderungen im Allgemeinen nicht grundsätzlich ab, waren aber unzufrieden damit, wie Organisationen damit umgingen. Nicht abgeschlossene Umbrüche können Arbeitsabläufe stören und bei Beschäftigten das Gefühl hervorrufen, überfordert zu sein, und zugleich das Vertrauen in die Führung schwächen. Mit der Zeit kann diese Belastung das Engagement beeinträchtigen und dazu beitragen, dass Beschäftigte sich fragen, ob sie in der Organisation bleiben sollen.

Die Studie empfiehlt Führungskräften, ungelöste Probleme aus früheren Veränderungen anzugehen, bevor sie Beschäftigte dazu auffordern, neue Veränderungen anzunehmen. Wiederholt Veränderungen anzukündigen, ohne frühere Vorhaben abzuschließen, kann laut Wiley die Glaubwürdigkeit einer Organisation untergraben.

Quellen: HR Dive.